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Das noch sehr junge Stellenbosch Restaurant in Windhoek / Namibia liegt direkt auf dem Sam Nujoma Drive. Ein wunderschöner Innenhof, der eher an eine Finka in der Toskana oder in Spanien erinnert als an Afrika lädt einen zum Schlemmen unter freiem Himmel ein.
Das sollte man auch tun. So wie wir es tun wollten. Eine Reservierung ist zu empfehlen, gerade zur Hochsaison im namibischen Sommer. Wir kamen ohne und haben trotzdem einen Platz angeboten bekommen. Das war allerdings mehr der „Klotisch“ und hat den Charme des Restaurants für einen kurzen Moment verschwinden lassen. Als wir aber nach einem Tisch im Innenhof fragten trugen die extrem  netten Kellnerinnen unseren Tisch schwupp-di-wupp direkt in die Mitte des Platzes. Nun sitzen wir also doch am besten Platz im ganzen Restaurant, unter leicht bewölktem Himmel an einem so schönen Sommerabend. Ganz egal, auch wenn wir in Casual Style das Restaurant betreten haben, kein Hauch von Arroganz, absolute Gleichberechtigung. Das gefällt mir. So kann sich einfach jeder wohlfühlen und jeder kann das Gefühl des guten Essen und des Weines auf sich wirken lassen. By the way, bei dem Name des Restaurants lässt sich die Weinkarte erahnen. Beste Qualitätsweine zu verschiedenen Preisen, von verschiedenen Weingütern, aus verschiedenen Jahrgängen wollen getrunken werden. Für alle die also gerne trockene Rotweine trinken ist das südliche Afrika wahrscheinlich eh eine atemberaubende Reise wert. Die Speisekarte ist übrigens eine Zeitung, was ich als Idee einfach super finde. Einfach mal was anderes.  Ich bleibe jetzt einfach mal direkt beim Thema und sage euch: „YAMMMYYY!“. Absolut lecker. Absolut einfache Idee aber mit dem Drang zur Innovation. Leute die Essen genießen sollten hier auf jeden Fall vorbei schauen. Als Vorspeise gab es das gerauchte Wildfleisch mit Sweetpotato Chips, was für den Europäer zunächst eine leicht verwirrende Kombination ist, weil doch die meisten wirklich kein Wildfleisch mögen. Aber bitte Menschen da draußen, habt keine Angst vor Wildfleisch in Afrika. Es ist kein “pissig” schmeckendes deutsches Wildschwein. Es ist ein absolutes Muss und in diesem Fall war es einfach zauberhaft. Die Süße der Kartoffelchips und das leichte Salz des Geräucherten haben so gut harmoniert, dass man weder die Wasserflasche angreifen, noch den Salzstreuer überfallen wollte. Lediglich ein bisschen frisch gemahlener Pfeffer haben die Geschichte abgerundet.  Um dem noch einen drauf zu setzen hatte ich eine perfekt geschmorte Lammkeule, an Rotwein-Tomaten-Soße mit glasierten Schalotten und Rosmarinkartoffeln. Es ist einfach nur zu empfehlen sich dort für einen Abend niederzulassen und ggf. dem herangekommenen Regen zu lauschen wie er sein Konzert auf den umliegenden Dächern veranstaltet. Vielleicht der goldene Abschluss einer wunderschönen Zeit in Namibia? Try it!