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“Baimagut” nennt man ein frittiertes Limettenblatt in Thailand und es wird mit Vorliebe zusammen mit Erdnüssen und frittierten Chillis “Dibli” gegessen. Ohne mit der Wimper zu zucken runter damit. In Gedanken bekomme ich schon keine Luft mehr. Ich habe das Gefühl mir bleibt keine Wahl. Ich werde freundlich aber doch bestimmend dazu ermutigt sie zu probieren. Na gut, ich einige mich also auf kleine Bisse. Nicht die Ganze auf einmal, man muss seine Grenzen manchmal auch langsam austesten. Ich knabber also vorsichtig die Spitze an. Mh, es ist gar nicht so schlecht. Leicht salzig, mehr spüre ich nicht. Große grinsende Gesichter schauen mir entgegen und ich knabber weiter. Nach dem zweiten Biss holt sie mich ein, die Schärfe, von hinten kratzt sie mir den Speichel aus dem Hals. Ich atme tief. Husten. Gemeinsam mit der Nuss soll ich sie essen. Ok, der dritte Biss dann gemeinsam mit der Erdnuss und tatsächlich, es schmeckt interessant, eigentlich wirklich gut. Nur die Schärfe ist mein Gaumen auch nach einer Woche Thailand noch immer nicht gewöhnt und ich gebe die Chilli dankend an unseren einheimischen Begleiter weiter. Merken werde ich es mir und vielleicht mal meine Gäste mit einer abgeschwächten Version zu einem Thai Abend laden.

Wer es scharf mag, wen Geschmacksexplosionen im Mund in die Knie zwingen, der verliert sein Herz zwischen Zitronengras und Ingwer in mitten einer anderen Welt. Eine Küche mit so vielen Aromen und so bekömmlich, dass es einem nur bei Gerichten, die mit wenig Liebe zubereitet wurden den Magen belastet. Ich werde es schmerzlich vermissen während meines Essens leicht zu schwitzen aber glücklich lächelnd einfach nicht aufhören zu können.

Sparsam wird hier mit Fleisch umgegangen und es ist, zumindest in den einfachen Lokalen und bei typischen Thai Gerichten eher Chicken zu wählen, als Schwein, oder Rind. Die Qualität war hier immer ausgezeichnet und nicht trocken. Sonst, bitte esst viel Fisch und Meeresfrüchte. Besonders wenn man sich an den Küsten aufhält, sollte man das doch genießen. Denn selten bekommt man in Deutschland so frische Ware und das zu diesem Preis. Kurze Wege sorgen für ein ausgezeichnetes Preis- Leistungsverhältnis.

Allgemein ist es für deutsche Verhältnisse extrem günstig in Thailand essen zu gehen. Schockierender Weise kostet das Essen weniger als ein Glas einheimischer furchtbar fruchtiger Rotwein. Also Essen, nicht Trinken liebe Food Lover. Ihr werdet es lieben. Und probiert ruhig mehrere Curries, mehrere Stir Fries, denn nur so findet ihr die Unterschiede heraus wie zum Beispiel zwischen rot, grün und gelben Curry. Die Thai Suppen werden generell in einer großen Portion serviert und sind ebenfalls so aromatisch und schmackhaft scharf, dass sie euch auch die letzten Viren und Bakterien aus dem Körper treiben.

Man sollte aber auch unbedingt auf einen Wochenmarkt gehen. Der muss auch gar nicht so groß sein, aber einfach um die verrücktesten Dinge und und Leckereien zu sehen und zu testen. Kokosnusspudding wäre da nur eine der Varianten. Solltet ihr es extrem süß lieben, dann probiert doch am Straßenrand mal einen “Pancake”. Dieser erinnert von der Zubereitung eher an einen Crepe. Aber Achtung! Zuckerschock :) und extrem lecker!

 

“Wenn man Geschmack malen könnte…” wäre es eine Farbenexplosion. Danke Thailand!