hungry_mavericks

Gerade habe ich mir den finalen Eintrag vom STERN-Genuss “60 Tage vegan” Blog durchgelesen. Ich empfand die Einträge grundsätzlich ziemlich langweilig und habe sie deshalb auch nicht komplett verfolgt.  Jetzt wollte ich aber doch wissen, wie ist es ausgegangen?

Und siehe da, der Proband will weiter vegan leben. Das ist wirklich schön. Das darf er gerne tun.  Aber bedeutet vegan leben auch gleichzeitig wirklich bewusster leben? Besser leben? Seinem Ernährungsplan jegliche Gaumenfreuden zu verwehren welche einem früher den miesesten Tag erhellt haben gleicht für mich einer Selbstkasteiung. Ein Speiseplan voller Regeln und Struktur. Geplagt von Disziplin und Selbstbeherrschung? Das kenne ich nur von Diabetikern, Allergikern, auf ärztlichen Rat eben. Mir fehlte hier in dieser Stern Serie beispielhaft der Enthusiasmus, die Freude, der Genuss, das Lächeln, das Verliebt-sein. Was wir essen entscheidet die Wissenschaft, die Politik, die Nachbarn und Freunde, die Medien. Schon längst nicht mehr unsere Lust.

Auch in diesem erwähnten Abschlussartikel lese ich wieder die immer selben Argumente pro veganem Lebensstil. Die Unverträglichkeit tierischer Produkte, die Abschlachtung scheinbar nutzloser Tiere, die Treibhausgase. Und ich könnte jetzt als Nicht – Veganer meine immer wiederkehrenden Gegenargumente bringen die den anderen bloß stellen. Die Lücken in das scheinbar so perfekt durchdachte Ernährungskonzept bringen. Und so würde es in einem weiteren endlosen Krieg zweier unterschiedlicher Lebenswelten enden.  Das langweilt mich.

Mich interessieren diese Trends nicht, mich interessiert was mich und euch strahlen lässt wenn ihr es im Mund habt. Dass ich bevorzugt ökologisch nachhaltige Produkte und frische Lebensmittel verwende ist für mich eine Selbstverständlichkeit. Warum? Weil ich mich verbunden fühlen will mit dem was ich esse, weil es schmecken soll, nicht weil ich mich gegenüber anderen profilieren will. Ich, der Besseresser.

Wir stolpern also so mit gefährlichem Halbwissen von einem Ernährungstrend zum nächsten, versuchen unsere Gier nach innerem Wohlbefinden und Ausgeglichenheit durch radikale Diäten und andere importierte exotische Arten der Nahrungsaufnahme zu befriedigen. Das ist ein Teufelskreis, die endlose Spirale die uns nie die Belohnung schenken wird nach der wir uns sehnen.

Das wahre Problem hierbei ist für mich klar. Wir haben verlernt zu genießen. Uns fehlt die Freude und die Leichtigkeit. Was wir genießen geht uns leicht von der Hand und ich bin überzeugt, ein jeder welcher den Genuss zum Essen findet, sich damit im Einklang sieht, in einer wechselseitigen Beziehung, der wird ganz automatisch eine bewusste Ernährung haben, eine gesunde, eine richtige.