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Shalom. Israelische Küche in Wien. Am Naschmarkt. Die ganze Atmosphäre am Naschmarkt ist schon etwas besonderes und man merkt, hier speisen nicht nur Touristen, sondern auch wirklich Einheimische.  Zum Beispiel in einer sonnigen Mittagspause wie an diesem Tag.

Zu den zahlreichen Marktständen am berühmten Wiener Naschmarkt gesellen sich auch viele Restaurants welche ebenso wie die Stände eigentlich nur aus Bretterbuden zusammengeschustert worden. Irgendwie versprüht es eine Leichtigkeit. Sich hier niederzulassen animiert. Und dann siegt auch der Hunger und die Lust. Es lässt sich doch leider nicht vermeiden den Leuten auf die Teller zu starren.

Die Teller im Neni sehen wirklich unglaublich lecker, leicht, frisch und gesund aus. Irgendwie strotzen sie nur so vor Lebensfreude. Wir ergattern also doch einen der stark umworbenen Tische und sitzen überraschender Weise zwischen mehr Wienern als Touristen.

Wieder Limonade und für mich einmal karamellisierte Melanzani (der österreichische poetische Name für Aubergine) mit Ingwer Chili Hähnchen und Basmatireis.

Okay, ich gebe zu, ich habe wirklich keine Ahnung was zur israelischen Küche gehört, aber das Gericht vielleicht doch eher nicht. Aber, was ich definitiv festgestellt habe ist, die Österreicher lieben Melanzani. Melanzani in allen Zubereitungsarten und an jeder Ecke in Wien. Diese hier im Neni haben mich enttäuscht. So dermaßen süß, dass ich doch lieber ein Honigglas gelöffelt hätte. Von Aubergine war da nichts mehr  zu schmecken. Und auch mein Hähnchen war nur saftig und nicht würzig. Denn die Chili und der Ingwer sind irgendwie vergessen worden oder einfach nur sehr minimalistisch aufgetragen. Vielleicht auch nur für den Klang auf der Speisekarte.

Das ganze Mittagessen hat meine Stimmung leider etwas getrübt, obwohl ich den Vibe auf dem Naschmarkt so genossen habe. Es wäre wohl zu schön um wahr zu sein dort auch noch den perfekten leichten Sommerlunch eingenommen zu haben. Leider nicht empfehlenswert.

Wie ich nun festgestellt habe, gibt es mehrere Filialen von Neni in Wien. Diverse Produkte wie das Humus usw. gibt es auch in den österreichischen Supermärkten zu kaufen. Wieder ein trauriges Beispiel dafür wie aus einem gut gemeinten und geplanten Lebenstraum eine lieblose kommerzielle Abefertigung wird. Bei so viel “Konzept” geht die Liebe und der Zauber verloren.