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Mein zweites Spitzenrestaurant in Le Havre liegt nicht am Wasser, um ehrlich zu sein liegt es an einer relativ dicht befahrenen Straße. Man kann trotzdem draußen sitzen, auch wenn der Innenraum einladender wirkt. Ich habe mich für den Außenbereich entschieden, weil ich es einfach liebe draußen zu sitzen an der frischen Luft. Eingesperrt ist man doch oft genug. Das Essen lässt die Straße vergessen!

Ja, auch hier habe ich natürlich Garnelen bestellt. Aber diesmal mit einer Whiskey Soße und flambiert. Der Preis war saftig. Aber das Essen auch. Oh mein Gott, ich habe selten so eine gute, wirklich gute Soße gegessen, die auch, was ich nicht gedacht hätte, trotz ihrer “Cremigkeit” perfekt mit den Schalentieren harmoniert hat. Einfach nur fantastisch. Und dazu sind die Nordfranzosen, ganz anders als die Pariser, ein wirklich freundliches Völkchen, überhaupt nicht eingebildet, kommen damit klar, wenn man mit ihrer Sprache überhaupt nicht mehr klar kommt, schwenken gerne auf Englisch um, sprechen sogar ab und an Deutsch, kümmern sich fürsorglich um einen und möchten partout nicht, dass du früher abhaust als der Abend endet. Ich war wirklich randvoll mit Essen, aber irgendwie dachte ich mir, ich müsse wenigstens einmal in Frankreich ein mousse au chocolat essen. Wie luftig geschlagenes Nutella schmeckt das hier. So süß, dass es eigentlich fast unerträglich ist, aber doch so sündig gut, dass ich es aufessen musste. So liebe ich Frankreich. Und das Essen im Norden, mit den Meeresfrüchten, den Krabben, dem Fisch, den Crepes ist ein auf Teller gebrachtes Gedicht über die Wildblumen der Normandie. La Taverne Paillette, Normandie, ich komme wieder!