titelbild

Die Adresse „On the Pier“ in Swakopmund, sowie der Name des Restaurants und natürlich die Lage sollte einem den Eindruck vermitteln, es möge ein sehr gutes Restaurant sein, eines wo man für sein Geld auch den perfekten Service in wunderschöner Meeres Atmosphäre bekommt. Als kleine Story nebenbei sollte man erwähnen, dass wir (und auch andere Besuche haben laut einschlägiger Kritikseiten diese Erfahrung gemacht) zwei Mal dort für mehrere Leute einen Tisch reserviert haben, denn, das Restaurant platzt trotz meiner nachfolgenden Story vor allem während der dortigen Sommermonate aus allen Nähten.
Jedoch standen wir beide Male anstatt vor einem gepeinigtem Manager, vor einem zierlichen kleinen Persönchen was uns lächelnd ansah und uns gesagt hat, dass es keine Reservierungen auf unsere Namen gibt! Höchstwahrscheinlich wollte sie uns das Gefühl vermitteln wir hätten die angebliche Reservierung während eines LSD Trips vollzogen. Tja. Ich hätte jetzt eine Flasche Wein aufs Haus erwartet oder eine andere Entschädigung für diese Umstände, oder vielleicht sogar einen Plan? Hier standen schließlich 10 hungrige Gäste mit vollem Geldbeutel. Die zierliche Person die hier wohl die Rolle des „Boss“ einnahm verdrückte sich und lies sich so schnell nicht mehr am Empfang blicken. Wir ließen allerdings nicht locker und bemühten uns doch noch einen Tisch zu bekommen. Bekamen wir auch. Einen grandiosen 4er Tisch für acht bis zehn Leute. Immer noch keine Flasche aufs Haus. Statt dessen langsamer Service, kein Kellner fühlt sich richtig zuständig oder ist vielleicht zu schüchtern und selbst für afrikanische Zeitverhältnisse dauert das Essen wenn das Restaurant voll ist sehr und ich meine sehr!!! lange. Sollte man in Namibia auf die grandiose Idee kommen, man vermisst sein heiß geliebtes Sushi. Dann ist das wohl die Möglichkeit es fangfrisch zu genießen und dabei selber wie ein Fisch in einem Aquarium raus aufs offene Meer zu schauen! Das ist wahrscheinlich auch die einzige Möglichkeit zu tun, wobei ich mich nicht aus dem Fenster lehnen will. Ich mag persönlich zwar kein Sushi,  kann es weil es mir gesagt wurde aber guten Gewissens empfehlen. Ich selber hatte dort die Tempura Prawns an einer „home made“ Sweet Chilli Sauce. Nein, „home made“ ist die zwar nicht, weil sie sehr stark an die bekannte Sauce aus dem Asia Imbiss um dich Ecke in Deutschland erinnert, ruiniert die Prwans aber nicht. Sie sind super lecker. Sie sind kross und triefen keineswegs vor Fett, sind wunderbar zart und geben einem kein Völlegefühl. Als Hauptgang hatte ich das Chicken-Prwan-Curry und muss sagen, dass ich durchaus positiv überrascht war. Nach dem Empfang hatte ich eigentlich die Laune am ganzen Restaurant verloren. Ein Curry wie wir es vom Thai kennen ist es definitiv nicht. Trotzdem sind die Zutaten sehr frisch und im Gesamtkonzept wirklich gut zubereitet. Wenn man es mag Wein zum Essen zu genießen sollte man die Jetty 1905 meiden. Auf der Karte findet man vielleicht 3 Weißweine und auch noch von der schlechteren Qualität. Schade eigentlich. Der Besitzer des Restaurants ist eigentlich ein erfahrener Gastronom in Swakopmund, sollte sich also etwas auskennen. Aber wahrscheinlich kennt er auch den Ansturm an Touristen und hat da einfach den Rubel rollen sehen. Allen in allem hat mich persönlich nur die Lage überzeugt. Wollt ihr ein leckeres Mittagessen, mit gutem Service und einer wohligen Atmosphäre, gutem Wein und der Meeresbriese? Dann solltet ihr lieber etwas weiter vorne, genau da wo die Jetty beginnt halten und das „Tug“ besuchen. Das lohnt sich nämlich wirklich. NO Vibe. Sad but true.