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Mitten im Nirgendwo, in einem dieser vermeidlichen Inzest Dörfer im Nordschwarzwald liegt ein kleines Goldstück der gut bürgerlichen Küche.

Eigentlich 17 Km auf dem Weg nach Donaueschingen um ein gutes Abendessen zu bekommen sind wir doch kurz vorher in diesem Lokal eingekehrt. Und das alles nur weil ich vorbei gefahren bin und gefühlt habe, hier könnte es gut sein.

 

Von außen sehen die Fenster düster aus, aber alles gepflegt und ein paar Blumen auf dem Fenstersims  sollen zum einkehren einladen. Und auch die Speiskarte im Schaufenster hört sich blumig schön an. Es hört sich so an, als wird hier mit Liebe gekocht.

Es ist schon ziemlich spät als wir das mittelgroße Lokal betreten. Eine alte zuckersüße Dame, bestimmt Anfang achtzig begrüßt uns mit einem “ja sicher”, als wir fragten ob es denn noch Abendessen gibt. Wir verziehen uns an einen kleinen Tisch im Eck.

Auf der Speisekarte kann ich mich nicht entscheiden, natürlich beachte ich nur die deftigen Speisen. Ihr wisst, deutsches Lokal, deutsche Kost. Und schlussendlich nehme ich eine Schlemmerpfanne. Dreierlei Filet an Morchelrahm mit hausgemachten Spätzle und Kartoffelgratin. Vorweg obligatorisch meine geliebte Flädlesuppe–BAAM. Hört sich das nicht fantastisch lecker an? Und das war es auch, es war verdammt lecker. Aber nicht nur das, es war auch so liebevoll hergerichtet, dass ich hätte weinen können. Dabei ist mir dann erst einmal aufgefallen wie wenige Restaurants im mittleren Preissegment ihre Speisen noch irgendwie farbenfroh gestalten. Also wirklich als Kunstwerk, als Leidenschaft, als Kreation betrachten. Da ist sie also, die kleine Perfektion in Einfachheit. Mitten im Schwarzwald, in einem typisch deutsch eingerichtetem, eher nichtssagendem Restaurant. Wundervoll. Ganz einfach rührend.

 

Und vielleicht fragt sich der ein oder andere warum ich nicht so garstig bin wie sonst. Man kann nicht garstig sein, wenn man verliebt ist.

 

N Gudn´ euch!

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