hungry_mavericks

 

Gestern ist mir doch mal wieder deutlich geworden, es gibt nun einmal einen Unterschied zwischen Gastronomie und Gastronomie.

Es gibt diese Gastronomen, die sich zur Aufgabe gemacht haben aus der Notwendigkeit eines jeden Menschen Nahrung zu sich zu nehmen Profit zu schlagen und zumeist eine lieblose Abfertigung zu betreiben und ab und an auch mal kulinarische Vergewaltigungen. Das sind all diese schwarzen Schafe die sich über Convenience Produkte auf Messen wie der “Intergastra” einen Keks freuen. Je authentischer vorgegart desto besser. Tiefkühlware wird von Vertretern angepriesen die wahrscheinlich nebenbei Staubsauger vorführen. Da steht kein Gefühl, keine Leidenschaft, keine Authentizität, keine Glaubwürdigkeit dahinter. Da sind auch Gastronome, die es wirklich in einen regelrechten Kaufrausch versetzt wenn sie die neusten weißen Hussen und silbernen Platzteller sehen. Arroganz und falscher Schein wiegt mehr als Nächstenliebe.

Daher kommen dann auch bekannte Sprüche wie “wer nichts wird, wird Wirt”. Pachte ein Lokal, entfalte die weiße Tischdecke, die obligatorische Rose auf den Tisch,  besorg dir mangelhaften Service und serviere drittklassiges Essen. Gratuliere. Du bist Gastronom. Aber du hast keine Idee. Du bist Einer von Tausend und du wirst langfristig untergehen, wenn dein Bild nicht zusammenpasst.

Meine Liebeserklärung geht deshalb an all diese Gastronomen da draußen, die sich zur Aufgabe gemacht haben, sich ständig neu inspirieren zu lassen, egal ob durch die Natur, durch die Kunst, die Musik, die Literatur, das Kochbuch der Oma, den Sitznachbarn im Zug, den Geruch von gedünsteten Zwiebeln oder den Besuch auf dem Wochenmarkt. All jene die bereit sind ihre Inspiration Teil eines Kreislaufs werden zu lassen welcher andere wiederum ansteckt und zu neuen Ideen führt. All die, die sich in einem ständigen Schaffensprozess bewegen. Ihr seid die wahren Helden der Gastronomie. Durch euch besteht ein Funken Hoffnung, ein Lichtblick in dunklen Gassen, dass die Branche noch Macher hat, noch Künstler, sich noch als ein Handwerk begreift und der Individualität und Authentizität wirklich am Herzen liegen. Ihr seid all die, die niemals aufhören sollten sich gegen eine kulinarische Industrialisierung und Vereinheitlichung  zu wehren.

Ihr schenkt Freude und Begeisterung, Glücksgefühle und manchmal Heilung oder gar Motivation. Ihr könnt Frieden stiften und Zuhause geben. Rührung und Romantik zaubern. Weckt Erinnerungen. Ihr seid ein Hafen. Mittelpunkt so vieler Universen. Ihr seid das pulsierende Leben.

 

Danke an die wenigen die wirklich umhauen. Ich liebe euch!