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Es sind immer die kleinen Details die ein gutes Restaurant zu einem Restaurant machen in das man wieder einkehren möchte. Das Wins im Prenzlauer Berg hat einen heimischen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Als ich im Vorfeld im Umzugsauto saß und auf meinem Handy die Speisekarte und die Bilder des um die Ecke gelegenen Restaurants studierte, war ich mir unschlüssig ob ich in meinem Aufzug da überhaupt angemessen bedient werden würde. Verstaubte dreckige Jogginghose, Mütze, staubige Schuhe, müdes Gesicht. Aber weil es das einzige Lokal in der wirklich nahen (weil müde) Umgebung war, sind wir trotzdem hin und haben eine wirklich herzliche Überraschung erlebt.

Der Kellner ist zuckersüß und kein bisschen aufgesetzt. Kein bisschen überheblich oder arrogant. Es scheint fast so als würde er unsere Abendgarderobe nicht bemerken. Augenblicklich wird man auf die Ebene gehoben, in der man sich als Gast wie ein König fühlt und selbst Extrawünsche werden mit einem so ehrlichen Lächeln entgegen genommen als hätte man Komplimente verteilt. So aufrichtige Gastfreundschaft ist leider selten anzutreffen.

Mein Schweinefilet im Kräutermantel mit Selleriepüree war zum niederknien. Die Gastfreundschaft, die Leidenschaft an guter Küche und bodenständiger, herzlicher Gastronomie spiegelt sich auch im Essen wieder. Hier wird mit Liebe gekocht und man fühlt die Poesie und die Dynamik der Aromen.  Es sind diese kleinen Momente, wenn ich etwas Gutes esse, in denen ich alle Sorgen, alles Leid der Welt,  welches ich sonst gerne versuche zu tragen, vergesse und abtauche in eine Welt der Sinne, der “Ahhs” und “Mhhs”. Wo ich mich im Geschmack verliere. Dann fühle ich mich lebendig. Dann fühle ich mich gesund und wie neu geboren. Voller Tatendrang und Dankbarkeit.

Das Wins ist ein Schmuckstück!