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Yummi Yummi Yummi. Danke für diesen wundervollen Tipp. Voller Sehnsucht und Bedauern darüber dort nicht auch noch zu Abend gegessen zu haben schaue ich zurück auf einen wundervollen Nachmittag in der wundervollsten Osteria im Herzen Venedigs.

Was für eine Tour bis man dieses Restaurant findet. Ich habe zwei Stunden gebraucht und 20 Euro dafür ausgegeben um auf meinem Tagesausflug nach Venedig dort Mittag zu essen. Aber es hat sich mehr als gelohnt und ich habe eine wundervolle Geschichte die mich begleitet. Als ich endlich vor dem Eingang zu diesem Schatz stand habe ich mich schon wie ein Kaiser gefühlt. Eingetreten bin ich in eine völlig andere Welt. Wo ist denn plötzlich Venedig hin? Wo sind all die Touristen, wo sind all die Bettler? Es ist ein kleines Restaurant, etwas verwinkelt und voll mit Stammgästen, Touristen wie mir die nur deshalb gekommen sind und vielleicht hier und da auch ein paar A, B oder C- Prominente, die einfach die Stimmung und das wunderbare Essen genießen wollen. Ich habe mich gesetzt, direkt vor die Theke, wo man dem Chef zuschauen kann wie er seine Liebe zum Essen mit Hingabe und Freude wohl jeden Tag aufs neue entfachen lässt. Man spürt einfach seine Leidenschaft für das Handwerk mit jedem seiner Griffe, die er mit so viel Ruhe, Zärtlichkeit und Bewusstsein macht, dass man vom Schauen alleine zu Tränen gerührt ist. Die Dekoration und die Musik in der Osteria gehört zum Konzept, das verschiedene, einheimische Künstler unterstützen soll. Trotzdem ist sie auch voll mit anderem Krims Krams, das die Gemütlichkeit wiederspiegelt.

Die meisten Gerichte auf der Karte sind für zwei Personen angedacht. Eigentlich alle und es gibt hauptsächlich frischen Fisch und Meeresfrüchte. Und überhaupt nur Gerichte die für die Region Venezien bekannt sind. Ich habe es getan und ich wurde für die Sünde auch nicht bestraft die Pasta als Hauptgang bestellt zu haben. Aber ich liebe Pasta und ich habe mich so danach gesehnt eine wirklich wirklich gute zu bekommen. Pasta Vongole. Und ich kann sagen, WoW, es war so gut. Es war so lecker. Es war so einfach. Keine Soße, nur richtig gutes und extrem intensives Olivenöl, Knoblauch, Petersilie und Muscheln. Ich habe kein Pfeffer gebraucht. Kein Salz. Ich war glücklich. Rundum und strahlend über beide gefüllte Backen habe ich mal wieder die Bestätigung bekomme wie gut einfache Gerichte mit frischen Zutaten  sein können.

Weil ich allein war und auch zu späterer Mittagsstunde dort eingetroffen bin, habe ich mich irgendwann mit allen unterhalten können. Verwundert warum man so jung alleine mit sich Urlaub macht, haben sie mir dann ganz liebevoll versucht noch andere Ecken in Italien schmackhaft zu machen. Die Italiener sind ein so lebensfrohes und genussfreudiges Volk. Das ist ein Reichtum den keine Krise erschüttern kann. Ein reger Austausch und eine kleine Führung durchs Restaurant mit anschließender Fotosession haben meinen Nachmittag abgerundet. Meine Rechnung hat sich freundlicher Weise halbiert und als ich das Restaurant verlassen habe, mich nochmal zur Tür mit den ganzen Auszeichnungen umgedreht habe, habe ich mir gedacht: “JA!”. Verdient hat es alle diese Trophäen, aber diese eine, wichtige, kann man gar nicht an die Tür kleben und das ist das Gefühl mit dem ich davon erzählen kann! Danke!

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